„Die Natur muss gefühlt werden.“ – Alexander von Humboldt
Wenn die Natur uns wieder erinnert, wer wir sind
In meinem Blogbeitrag „Biophilie: die Liebe zur Natur als Uranlage des Menschen“ – und auch in meinem Buch WOHLFÜHLOGIE – habe ich bereits darüber geschrieben, warum wir Menschen eine so tiefe Sehnsucht zur Natur in uns tragen.
Wohlfühlogie-Definition: Der Biophilia-Effekt
Der Biophilia-Effekt beschreibt die innere Rückkehr zu etwas, das wir nie verloren haben: unsere angeborene Verbundenheit mit der Natur.
Sobald wir Grün sehen, Erde riechen, Wind hören oder uns von der Sonne auf unserer Haut kitzeln lassen, beginnt etwas in uns aufzuleben. Unser Nervensystem atmet auf. Unser Körper erinnert sich.
Heute möchte ich diesen Faden weiterspinnen – und gezielt auf das Thema NATURTHERAPIE eingehen.
Dieser Beitrag ist Teil des Themenbereichs „Natur, Balance & Biophilie“, in dem ich zeige, wie die Verbindung zur Natur innere Ordnung, Regeneration und seelische Balance fördern kann.
Naturtherapie ist ein Begriff, der endlich das benennt, was schon immer wahr war:
Der Mensch kommt in Balance, wenn er regelmäßig in Beziehung zu etwas Lebendigem tritt – natürlich gehört die Tierwelt auch dazu.
Ob Wald, Meer, Strand, Berge, Heide, Parkbank oder Zimmerpflanze – entscheidend ist nicht der Ort, sondern:
- die Regelmäßigkeit
- die Achtsamkeit
- und die echte Verbindung
Denn dann geschieht etwas Wunderbares:
Die Natur stärkt uns.
Die Natur hält uns.
Die Natur verwurzelt uns – egal, was der Zeitgeist gerade fordert.
Und doch – ganz ehrlich:
Wer von uns Stadtmenschen hält sich schon täglich mindestens eine Stunde im Schwingungsfeld der Natur auf?
Der Wald tut uns gut – das spüren wir intuitiv.
Was früher Gefühl war, belegt heute die Wissenschaft:
Unser Gehirn, unser Immunsystem und unsere Psyche reagieren messbar anders, sobald wir uns in der Natur aufhalten. Das ist auch logisch, denn der Mensch ist ein Wesen der Natur, auch wenn er alles versucht sich selbst das Gegenteil zu beweisen und wie überlegen er doch der Natur ist und sie sich seinem Ego unterzuordnen hat.
Was ist Naturtherapie?
Heilung durch bewussten Naturkontakt
Was versteht man heute unter Naturtherapie?
Naturtherapie ist kein einzelnes Verfahren, sondern ein Überbegriff für alle therapeutischen Ansätze, die den bewussten Kontakt mit der Natur zur Stabilisierung, Regulation und Heilung nutzen.
Ich beginne mal mit den ersten sieben und ergänze dann im nächsten Blogbeitrag noch weitere.
1. Waldbaden – Wenn der Wald dein Therapeut wird
Waldbaden – im Original Shinrin Yoku – hat seine Wurzeln in jahrtausendealten chinesischen und japanischen Traditionen.
Die moderne Forschung zeigt:
Bäume geben Phytonzide ab – ätherische Pflanzenstoffe, die:
- Stresshormone senken
- das Immunsystem stärken
- den Parasympathikus – unser Entspannungssystem – aktivieren
Im Gegensatz zu einem „normalen Spaziergang“ ist Waldbaden:
- langsam
- absichtslos
- achtsam
- meditativ
Es geht um die Kommunikation zwischen Mensch und Natur – mit allen Sinnen.
Was Shinrin Yoku bewirken kann:
- weniger Anspannung
- weniger Niedergeschlagenheit
- weniger Reizbarkeit
- mehr Energie
- bessere Schlafqualität
- stabilere Psyche
Oder anders gesagt:
Du kommst wieder bei dir selbst an.
Eine Anleitung zum Waldbaden in zehn Schritten
1. Schlendern: Gehe langsam und gemütlich spazieren. Streckenverlauf, Ziel und Dauer sind nicht festgelegt. Lass dir Zeit. Es kommt nicht auf die gelaufenen Kilometer an, also kein Leistungsdruck.
2. Rasten: Halte inne, verausgabe dich nicht. Lege rechtzeitig Pausen ein. Lass die Seele nachkommen.
3. Wahrnehmen mit allen Sinnen: Also: sehen, riechen, hören, fühlen und schmecken.
Erlebe, was dich umgibt, aber ohne Leistungsdruck. Staune, genieße die Formen, Farben, Gerüche und Geräusche des Waldes. Leg dich ins Laub, sonne dich. Berühre eine Rinde, lehne dich an einen Stamm, setze dich auf einen Baumstumpf, schnitze wenn du ein Messer dabei hast. Probiere junge Blätter, die du kennst. Entdeckst du einen Bach, schau aufs Wasser, kühle deine Füße.
4. Ausprobieren: Gehe mit offenem, wachem Blick, entdecke Bekanntes neu. Lege ein Mandala, flechte Gräser, sammle Steine, Eicheln oder Kastanien, suche dir einen schönen Spazierstock.
5. Sanfte Bewegung: Balanciere über Stämme, hüpfe über Stümpfe. Wenn du kannst, übe Yoga – der Körper bekommt so mehr Sauerstoff.
6. Achtsamkeit: Sei mit deiner Aufmerksamkeit im Moment, staune vorbehaltlos, nimm Eindrücke wertfrei wahr. Die Natur lenkt dich von deinen Sorgen, Beschwerden oder sogar Schmerzen etwas ab.
7. Augenentspannung: Schau in die Ferne: Genieße das Grün des Waldes, entlaste deine monitormüden Augen.
8. Atemübungen: Setze dich an einen schönen Platz, und beobachte deinen Atem, lass ihn kommen und gehen.
9. Meditation: Sammle dich, beruhige deinen Geist, dann findest du zur Ruhe. Anfänger lassen sich anleiten.
Lasse dich auf den Wald ein, indem du dir einen schönen, angenehmen Platzt in ihm suchst und dich dort niederlässt.
Du kannst dir selbst sagen: „Ich bin ein Teil des Waldes“ 🌲🌳
Es ist wissenschaftlich bewiesen, das wir uns besser entspannen können wenn wir einen Platzt beziehen wo wir nicht von allen Seiten gesehen werden können.
Entspannung: Nimm eine angenehme Position ein und schließe deine Augen. Atme dann bewusst und fühle deinen Atem im Bauch und fühle wie die Luft den Körper beim Ausatmen wieder verlässt.
10. Stille: Schweige, träume und genieße das Alleinsein.
Mache am besten einmal im Monat 📅 einen Waldtag (idealerweise für 3-4 Stunden)
💚 Wohlfühl-Essenz:
„Ich bin ein Teil des Waldes.“
Und der Wald antwortet.
2. Naturbasierte Psychotherapie – Der Wald als Co-Therapeut
In der naturbasierten Psychotherapie arbeiten Psychologen draußen statt drinnen.
Der Effekt ist erstaunlich klar:
- weniger Anspannung
- schnellere Vertrauensbildung
- tiefere Reflexion
- leichterer Zugang zu Gefühlen
Der Wald wird zum stillen Begleiter, zum Spiegel, zum Halt.
Wir erkennen uns selbst als Teil eines größeren Ganzen – und genau das nährt die Seele.
3. Naturpädagogik/ Waldkindergärten – Früh verwurzelt statt früh verschult
Waldkindergärten sind seit einigen Jahren stark im Kommen – und das aus gutem Grund.
Was wird dort pädagogisch anders gemacht?
- Kein klassischer Gruppenraum
- Kein permanentes Spielzeugangebot
- Kein durchgetakteter Tagesplan
Stattdessen:
- Lernen durch unmittelbare Erfahrung
- freies Spiel mit Naturmaterialien
- Schulung von Wahrnehmung, Motorik und Selbstwirksamkeit
- soziale Kompetenzen entstehen aus echten Situationen
- Konzentration wächst aus Ruhe, nicht aus Reizüberflutung
Kinder lernen:
- Geduld (Eichhörnchen zeigen sich nur in der Stille)
- Achtsamkeit (Wetter, Jahreszeiten, Kreisläufe)
- Verantwortung (für sich, andere und die Natur)
- Zugehörigkeit („Ich bin Teil von etwas Größerem“)
Kurz gesagt:
Der Wald erzieht nicht – er begleitet.
Und genau darin liegt seine Kraft.
Natur, Psyche & Körper: Eine untrennbare Einheit
4. Ökopsychologie & Ökopsychosomatik
Ökopsychologie – Wenn die Seele sich erinnert
Die Ökopsychologie versteht die menschliche Psyche als Teil der Natur.
Entfernen wir uns von ihr, entsteht innerer Stress.
Clemens G. Arvay beschreibt es so eindrucksvoll:
„Wenn ich durch den Wald gehe, habe ich das Gefühl, in einen riesigen atmenden Organismus einzutauchen.“
Der Mensch endet nicht an der Haut.
Psyche, Immunsystem und Natur stehen in permanenter Wechselwirkung.
Clemens G. Arvay, Jahrgang 1980, ist Diplom-Ingenieur und Biologe. Er studierte Landschaftsökologie und Pflanzenwissenschaften in Wien und Graz und ist Autor zahlreicher Bücher, darunter der Bestseller BIOPHILIA – Effekt. Er beschäftigte sich mit der Beziehung zwischen Mensch und Natur, wobei er die gesundheitsfördernden Effekte des Kontakts mit Pflanzen, Tieren und Landschaften in den Mittelpunkt rückt.
In seinem letzten Buch Biophilia in der Stadt, 2020 sagt er: „Wir Menschen sind geborene »Biophiliacs«, also geborene Natur-Freaks. Zwar verhalten wir uns als Gesellschaft eher naturzerstörerisch – und das reicht weit in die Menschheitsgeschichte zurück –, aber der einzelne Mensch findet im Regelfall großen Gefallen an der Natur.“
5. Gartentherapie/ / Horticultural Therapy –
Erde an den Fingern, Erde im Herzen – Wenn Erde und Seele sich wiederfinden
Gartenarbeit ist weit mehr als ein schönes Hobby.
Sie ist eine Einladung an den Körper, wieder in Bewegung zu kommen – sanft, rhythmisch und ganz ohne Leistungsdruck. Unter freiem Himmel trainieren wir dabei Fitness, Beweglichkeit, Muskulatur und Gleichgewicht, fast nebenbei und mit erstaunlich viel Freude. Diese wiederkehrenden, natürlichen Bewegungsabläufe können Schmerzen lindern und sogar das Risiko für körperliche Erkrankungen wie Osteoporose oder Bluthochdruck senken.
Doch nicht nur der Körper atmet auf – auch die Seele wird leichter.
Menschen, die regelmäßig im Garten arbeiten oder auf dem Balkon gärtnern, berichten von einem deutlich besseren seelischen Wohlbefinden. Sie sind seltener depressiv, fühlen sich geistig wacher und kognitiv leistungsfähiger. Die Bewegung an der frischen Luft macht den Kopf frei, Gedanken sortieren sich wie von selbst. Man arbeitet im Rhythmus der Jahreszeiten, ist mitten im Leben, bekommt Licht auf die Haut, Farbe ins Gesicht – und erdet sich im wahrsten Sinne des Wortes.
Kein Wunder also, dass sich die Gartentherapie auch in der Behandlung psychischer Erkrankungen zunehmender Beliebtheit erfreut. In einigen Kliniken ist sie bereits fester Bestandteil therapeutischer Konzepte. Ärzte berichten, dass Patienten dadurch schneller genesen, weniger Antidepressiva benötigen, seltener zu Schmerzmitteln greifen und psychosomatische Beschwerden spürbar zurückgehen.
Das Arbeiten mit Pflanzen, Erde und natürlichen Kreisläufen zeigt sich dabei als besonders wirksam bei:
- Depression
- Trauma
- Burnout
- Demenz
Und ganz ehrlich:
Nichts vertreibt Wut, Drama und Selbstmitleid so nachhaltig wie ein Beet, das um Aufmerksamkeit bittet.
Gärtnern wird zur Meditation, wenn man mit dem Herzen dabei ist.
Das Tun mit den Händen reguliert den Kopf.
Ein Wohlfühlogie-Klassiker: „Erde an den Fingern, Erde im Herzen.“
Der Garten ist ein Lehrer der Seele, weil er uns spiegelt. Alles wandelt sich, nichts geht verloren. Alles, was ins Dasein tritt, geht irgendwann auch wieder. Zwischen Säen und Ernten, Blühen und Vergehen lehrt uns der Garten ein tiefes Vertrauen in unser Sein.
Gartenglück –
im Grünen keimt Kreativität, und die Seele darf endlich wieder Wurzeln schlagen. 🌱
✔️ WOHLFÜHL- MARKER: Das Tun mit den Händen reguliert den Kopf.
6. Green Exercise – Bewegung im natürlichen Rhythmus
Die Natur bewertet nicht.
Kein Spiegel. Kein Vergleich. Kein Leistungsdruck.
Oder wie ich es sagen würde:
🌿 Grüner Sport – kostenlos und ohne Mitgliedsbeitrag.
Wandern, Spazierengehen, Joggen, Yoga, Qigong, Krafttraining, Radfahren, Meditation – aber draußen.
Green Exercise beschreibt genau das: körperliche Aktivität in der Natur. Und die Effekte sind nachweislich stärker als in geschlossenen Räumen. Stimmung, Stresslevel und Vitalität profitieren deutlich mehr, wenn wir uns im Grünen bewegen.
Es gibt sogar ein Buch mit dem Titel „Das Biophilia-Training – Fitnesscenter Wald“ rate mal von wem? Genau, auch wieder von dem großartigen Clemens G. Arvay, der leider nicht mehr unter uns ist. Der Grundgedanke dahinter ist ebenso simpel wie einleuchtend: Die Natur motiviert uns zur Bewegung. Wir sind evolutionär betrachtet immer noch Jäger und Sammler. Unser Körper reagiert auf Landschaft, Weite, Bäume und natürliche Reize mit Aktivierung.
Studien aus ganz Europa zeigen:
Menschen, die in der Nähe von Parks oder Wäldern leben, treiben in der Regel doppelt so viel Sport wie Menschen ohne grünes Umfeld. Der bloße Anblick von Bäumen und Grünflächen aktiviert unseren inneren Bewegungsdrang. In grünen Regionen gibt es zudem bis zu 40 % weniger Menschen mit Übergewicht und Adipositas.
Green Exercise verbindet Kraft- und Ausdauertraining mit Atemarbeit – für Körper, Geist und Seele.
Grundsätzlich gilt:
- Für Muskelaufbau wähle eine Übungsvariante, bei der du nach 8–12 Wiederholungen spürbar ermüdest.
- Für Kraftausdauer eignet sich eine leichtere Variante mit 15–20 Wiederholungen.
Outdoor-Fitness steigert die Leistungsfähigkeit im Vergleich zum Indoortraining deutlich. Drinnen bleiben wir wortwörtlich auf der Stelle – draußen gibt es Wege, Reize, Abwechslung, Entdeckungen. Bewegung wird wieder lebendig.
Fitness aus dem Wald bedeutet: Sport mit Naturkulisse und gesundheitsfördernder Wirkung auf allen Ebenen.
Immer mehr Personaltrainer nutzen den Wald bewusst als Parcour:
umgefallene Bäume für Geländeläufe, Baumwurzeln als Gewichte, kräftige Äste für Klimmzüge, Handstand am Baum, Balanceübungen auf unebenem Untergrund. Der Wald wird zum Trainingspartner – kreativ, fordernd und gleichzeitig regulierend.
Auch Qigong und Tai Chi werden traditionell draußen praktiziert. Das Ambiente der Natur verstärkt ihre entspannende Wirkung und fördert Gelassenheit.
Warum Qigong in der Natur besonders wirksam ist
Dass Qigong im Freien – idealerweise in der Natur – als besonders wirkungsvoll gilt, hat mehrere Ebenen: eine energetische, eine körperliche, eine neurobiologische und eine zutiefst menschliche.
Qigong ist Naturbewegung – kein Studio-Produkt.
Seine fließenden Bewegungen orientieren sich an Wind, Wasser, Wolken, Wachstum und natürlichen Kreisläufen. In der Natur passt sich der Körper automatisch an: Der Atem wird tiefer, die Bewegungen weicher, der Rhythmus natürlicher. Man muss nichts „richtig machen“, man schwingt sich ein.
Wohlfühlogisch gesagt: Die Natur kennt das Tempo, das dein Körper braucht.
In der Traditionellen Chinesischen Medizin gilt die Natur als besonders reich an Qi, vor allem Wälder, Wiesen und Wasserorte. Draußen ist die Luft ionenreicher, der Sauerstoffgehalt höher, die Umgebung energetisch bewegter. Das unterstützt die Lungenenergie, fördert den freien Fluss im Meridiansystem (dein Körper ist komplett durchzogen von diesen Energiebahnen) und erleichtert das Loslassen von Stagnation.
Drinnen muss der Körper erst einmal durch Wände, Decken und Technik atmen – draußen darf er frei empfangen.
Qigong im Freien ist weniger Technik und mehr Austausch.
Auch das Nervensystem reagiert unmittelbar: Naturkontakt aktiviert den Parasympathikus – den Ruhe- und Heilmodus. Puls und Muskeltonus sinken, Stresshormone nehmen ab, die Herzratenvariabilität steigt. Qigong verstärkt diesen Effekt – und umgekehrt. Zusammen wirken sie nicht nur additiv, sondern synergetisch.
Oder wohlfühlogisch: Dein Nervensystem versteht die Sprache der Natur sofort.
Qigong ist Atemkunst – und draußen findet der Atem von selbst zurück. Es gibt mehr Raum, mehr Tiefe, weniger Enge. Der Atem sinkt leichter in den Bauch, wird langsamer und verbindet sich natürlicher mit der Bewegung. Kein Atem „machen“, sondern Atem geschehen lassen. Viele Menschen berichten, dass sie draußen ganz automatisch „richtig“ atmen – ohne Anleitung.
Auch die Erdung geschieht draußen intensiver. Der Boden ist uneben, lebendig, reagierend. Das aktiviert Tiefensensibilität, Gleichgewicht und die Nierenenergie als Wurzelkraft. Qigong-Haltungen wie der „stehende Pfahl“ oder sanfte Gewichtsverlagerungen erden im Freien deutlich stärker, weil der Körper ständig fein nachreguliert.
Erdung wird nicht gedacht – sie wird gespürt.
Ein weiterer heilsamer Aspekt: Die Natur bewertet nicht.
Kein Spiegel, keine anderen Menschen, kein Vergleich. Sie misst keine Leistung, korrigiert nicht, erwartet nichts. Das wirkt besonders entlastend bei innerem Druck, Perfektionismus, Erschöpfung oder Selbstzweifeln. Qigong draußen heißt: Du darfst einfach sein.
Während drinnen oft Konzentration und Disziplin gefragt sind, entsteht draußen etwas anderes: Resonanz.
Du bewegst dich mit dem Wind, dein Atem antwortet auf die Umgebung, dein Körper tritt in Dialog mit dem Außen. Qigong wird weniger Übung und mehr Begegnung.
Wohlfühlogie-Essenz:
Qigong im Freien wirkt stärker, weil es den Menschen dorthin zurückbringt, wo sein Körper ursprünglich gelernt hat, sich zu regulieren – in Beziehung zur Natur.
Oder ganz schlicht: Wenn du Qigong draußen praktizierst, übst du nicht nur. Du erinnerst dich.
Qigong-Übung – Atmen mit dem gesamten Körper
Gehe leicht in die Knie, finde einen festen Stand.
Hebe die Arme nach oben und atme tief in den Bauch ein.
Presse die Unterarme sanft zusammen und führe die Arme mit der Ausatmung nach unten.
Gehe in die Hocke, bilde Fäuste und führe sie zur Magengrube, mit einem kurzen, bewussten Druck. So unterstützt du die Lunge dabei, sich vollständig zu entleeren.
Richte dich wieder auf und atme ein.
Wiederhole die Übung einige Male – achtsam und ohne Eile.
Bitte nicht zu lange praktizieren, da sonst Schwindel entstehen kann.
Und vergiss nicht:
Die Natur beurteilt uns weder nach unserem Aussehen, noch nach unserer Figur oder unseren sportlichen Leistungen.
7. Naturbasierte Achtsamkeitsübungen
Mit allen Sinnen wieder ankommen
Der Klassiker der Achtsamkeit ist erstaunlich schlicht:
atmen, hören, wahrnehmen – eingebettet in ein natürliches Setting.
Achtsamkeit in der NATUR beginnt oft genau dann, wenn dir alles über den Kopf wächst. In solchen Momenten lohnt es sich, sich an den wohl verlässlichsten Begleiter zu erinnern:
die Natur.
Geh für eine halbe Stunde nach draußen – in den Wald, in den Park, in den botanischen Garten oder in eine nahe Grünanlage. Atme tief durch und lass deinen Blick dort verweilen, wo es dir gefällt. Beginne, die Natur um dich herum aufmerksam zu studieren. Ohne Eile, ohne Ziel. Lass zu, dass diese schlichte, stille Schönheit deine Sinne erfrischt. Nimm die Realität wahr, so wie sie sich dir zeigt:
Wie sehen die Bäume aus?
Welche Farbe, Form und Struktur haben die Blätter?
Wie fühlt sich das Gras an?
Wie riecht die Luft um dich herum?
Hörst du das Zwitschern der Vögel?
Spürst du den Boden unter deinen Schuhsohlen?
Dieses pure „Schauen mit allen Sinnen“ klärt den Blick. Er wird weiter, offener, liebevoller. Achtsamkeit geschieht dann ganz von selbst – ruhig, ehrlich und gegenwärtig.
Ein Impuls für deine Spaziergänge
Mach dir selbst ein Geschenk und nimm dir bewusst eine kleine Auszeit. Geh in die Natur, nimm ein paar tiefe Atemzüge und lass dich treiben. Geh langsam und erinnere dich daran:
Es gibt nichts zu tun.
Und nichts zu erreichen.
Wenn du Lust auf etwas Experimentelles hast, lade ich dich zu einem kleinen Perspektivenwechsel ein. Bleib einen Moment stehen und stell dir vor, dass du von der Natur angeschaut wirst. Geh auf einen Baum zu und lass dich anschauen. Was empfindest du dabei?
Weite diesen Perspektivwechsel aus: auf den Himmel, die Vögel, die Felsen. Komm in ein gegenseitiges Betrachten.
„Ich schaue dich an – und du mich.“
Viel Freude dabei! 🌿
„Regelmäßige Aufenthalte in der NATUR ermöglichen einem, eine harmonische Interaktion aller Lebenskräfte zu spüren.
Dann bist du mit deinem wahren Kern in Verbindung – er liegt außerhalb des Egos.“
Deepak Chopra
Deepak Chopra ist ein international bekannter Arzt, Autor und Vordenker für ganzheitliche Gesundheit. Er verbindet moderne Medizin mit Achtsamkeit, Bewusstseinsforschung und der Weisheit östlicher Heiltraditionen und gilt als einer der einflussreichsten Stimmen im Bereich Mind-Body-Medizin.
FAZIT –
Warum Naturtherapie perfekt zur Wohlfühlogie passt
Naturtherapie verbindet drei Grundpfeiler der Wohlfühlogie:
- Selbstheilungskräfte
- Ganzheitlichkeit
- Intuition
Sie ist:
- leicht
- zugänglich
- menschlich
- schnörkellos
Studien-Schmunzler zum Schluss
Die University of Plymouth fand heraus:
Wer täglich auf mindestens 25 % Grünfläche blickt, verspürt weniger Lust auf Ungesundes.
Siehst du – Brokkoli beginnt im Kopf.
✔️ WOHLFÜHL-MARKER:
Die Natur ist die wohl älteste Heilerin der Welt – und trotzdem hören wir sie im Alltag kaum.
Von ♡ zu ♡
Deine Tine Sonnengold
Die Natur aktiviert unsere Superkräfte – ganz ohne Leistung.
Sie spricht eine Sprache, die unser Nervensystem sofort versteht.
P.S.: Im zweiten Teil der NATURTHERAPHIEN geht’s vom Grün (Wald, Garten) weiter zu Blau (Wasser) Kälte & Hitze (Eisbaden, Sauna in der Natur), Kontakt (Erde, Tiere) und Reduktion (Wilderness, Stille) und es gibt auch noch einen dritten Teil mit meiner persönlichen Liebeserklärung an die Natur.
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