Natur.
Wir sind nicht nur von ihr umgeben – wir sind in ihr.
Und selbst wenn wir Häuser bauen, Straßen ziehen oder Bildschirme zwischen uns und den Himmel stellen, treten wir nie wirklich aus ihr heraus.
Wir können uns getrennt fühlen.
Aber wir sind es nicht.
Natur spricht nicht in Worten.
Sie erklärt sich nicht.
Sie argumentiert nicht.
Und doch wirkt sie – durch das Licht auf der Haut, durch den Rhythmus unseres Atems, durch das Staunen, das plötzlich still macht.
Sie spricht durch unsere Sinne.
Durch unser Herz.
Durch das Leben selbst.
Natur ist kein Hintergrund unseres Daseins.
Sie ist der Raum, in dem alles geschieht.
Und wir sind kein Gegenüber.
Wir sind nicht getrennt. Nie gewesen.
Dieser Beitrag ist Teil des Themenbereichs „Natur, Balance & Biophilie“, in dem ich zeige, wie die Verbindung zur Natur innere Ordnung, Regeneration und seelische Balance fördern kann.
Ein Gefühl dazu zu gehören und Teil von etwas Größerem zu sein
Vielleicht ist Natur kein Ort, den wir aufsuchen.
Vielleicht ist Natur das, was wir sind, wenn wir aufhören, uns getrennt zu fühlen.
„Ich bin das Land,
meine Augen sind der Himmel,
meine Glieder die Bäume.
Ich bin der Fels, die Wassertiefe.
Ich bin nicht hier, um Mutter Erde zu beherrschen
oder sie auszubeuten.
Ich bin selbst Natur.“
– Hopi, Volk des Friedens
Diese Worte erklären nichts.
Und doch berühren sie etwas, das jenseits von Argumenten liegt.
Sie sprechen nicht von Besitz.
Nicht von Kontrolle.
Nicht von Nutzung.
Sie sprechen von Zugehörigkeit.
Vielleicht liegt genau darin die besondere Wahrheit:
Wir sind nicht Besucher dieser Welt. Wir sind Teil von ihr.
Diese tiefe Verbundenheit hat sogar einen Namen: In meinem Beitrag zur Biophilie beschreibe ich, warum die Liebe zur Natur in uns angelegt ist – nicht als Trend, sondern als menschliche Grundanlage.
Wahrnehmen statt funktionieren
Wenn alles schneller wird, wenn Gedanken sich stapeln und Termine drängen, scheint die Natur wie ein Gegenpol zu sein. Doch vielleicht ist sie kein Gegenpol – sondern Ursprung.
Ein einfacher Gang ins Freie genügt. Kein Ziel. Kein Plan.
Nur sehen. Hören. Spüren.
Die Struktur eines Blattes.
Die Bewegung des Lichts im Geäst.
Der Geruch von Erde nach dem Regen.
Das Knirschen von Kiesel unter den Schuhsohlen.
Dieses Schauen mit allen Sinnen klärt den Blick.
Nicht weil es spektakulär ist.
Sondern weil es wirklich ist.
(Aus „Lass los und du bist Meister deiner Zeit“, Lothar Seiwert)
Natur drängt sich nicht auf.
Sie wartet. Geduldig.
Wie bewusstes Naturerleben Körper und Nervensystem stärkt, habe ich im Artikel zur Naturtherapie genauer beschrieben – dort wird aus Gefühl auch Anwendung.
Leseprobe aus meinem Buch
In meinem Buch „Wohlfühlogie – Oder (m)eine Wissenschaft des Wohlfühlens“ habe ich der Natur ein eigenes Kapitel gewidmet – als Ort der Erinnerung, der Rückverbindung und der stillen Klarheit.
Eine Liebeserklärung an die NATUR.
Und an das, was in uns lebendig wird, wenn wir uns wieder als Teil begreifen.
Hier teile ich einen Auszug daraus mit dir:

Meine ganz persönliche Liebeserklärung
an die Natur
Als Kind war das mit der Natur für mich ganz selbstverständlich – die unvergleichlichen Sommerdüfte von Wiesen, das zirpende Konzert der Grillen im Gras, die kühle Erfrischung am Bach, der Staub auf den Schuhen nach einem ausgedehnten Spaziergang durchs Kornfeld und natürlich das Pflücken von bunten Blumen für die Omi auf dem Heimweg. Ach, diese kleinen Glücksmomente im Grünen!
Doch dann, über die Jahre, wurde das Naturerlebnis oft zum flüchtigen „Vorbeiflitzen“ – durch die Scheibe eines Autos, in einer Stadt, in der Jahreszeiten nur noch blass und gedämpft anklingen. Die satten Rapsfelder und der intensive Duft der Natur fehlten, und grüne Oasen waren oft nur noch Parks, die man schnell mal besucht, wenn Zeit bleibt.
Jetzt, viele Jahre später, weiß ich umso mehr, wie wertvoll diese echte Natur ist – besonders der Wald, der für mich zum Zufluchtsort geworden ist. Ein Kraftort, an dem ich nicht denken muss, sondern einfach sein darf – hier und jetzt, ohne Schnickschnack.
Denn in der Natur ist alles einfach. Zeitlos. Vollkommen in Harmonie – mit sich selbst und allem, was lebt.
Und mal ehrlich: Grün ist nicht nur die Farbe der Natur, es ist auch die Farbe, die meine Seele atmen lässt. Nichts vitalisiert und beruhigt mich so sehr wie das satte Grün der Bäume, das im Frühling wieder erwacht und alles frisch erstrahlen lässt. Man sagt, Grüntöne können bei Kummer, Ärger oder Liebeskummer helfen. Ich glaube, sie schenken uns vor allem eins: Ruhe und Kreativität.
Bei mir wirkt es auf jeden Fall – mit einer ganzen Palette positiver Nebenwirkungen.
Leider leben die meisten von uns nicht mehr in der Natur, sondern besuchen sie nur noch sporadisch. Und oft dann, wenn alle anderen auch wollen: am Wochenende, in überfüllten Zügen oder stundenlangem Stau. Großstädter kennen das Spiel nur zu gut.
Ich nenne das gern „City-Detox“ – das kleine Fluchtprogramm aufs Land.
Umso dankbarer bin ich, dass ich als Selbständige die Freiheit habe, mein Leben so zu gestalten, dass ich die Natur dann besuchen kann, wenn mein Herz danach schreit. Diese Freiheit, in den Wald zu gehen, wann ich will, ist für mich unbezahlbar.
Übrigens: Vom Menschen gestaltete „Natur“ ist nicht dasselbe wie das Eintauchen in einen ursprünglichen Buchen- und Eichenwald. Da draußen herrschen Kräfte, die tiefer wirken, die ganz anders spürbar sind.
Und ganz ehrlich: Ich glaube, ich musste erst wieder lernen, mich selbst zu lieben, bevor ich die Liebe zur Natur wiederfinden konnte. Als Kind waren sie eins – meine wahre innere Natur und die Natur draußen. Vielleicht war es sogar dasselbe: eine Einheit.
Schönheit als Lebensgesetz der Natur
Und was wir davon lernen dürfen
Denn schon als Kind hat mich die Schönheit der Natur magisch angezogen. Vielleicht ist es kein Zufall, dass ich Visagistin geworden bin – ich liebe es, die verborgene Schönheit in jedem Menschen zum Leuchten zu bringen. Denn mal ehrlich: Wir sind alle ein Teil dieses großen Naturwunders. Jeder von uns trägt seine eigene, einzigartige Schönheit in sich.
Ein schlauer Mann aus Wolfenbüttel meiner Geburtsstadt, Gotthold Ephraim Lessing, hat das mal so auf den Punkt gebracht:
„Wir sind alle Blätter an einem Baum, keins dem andern ähnlich, das eine symmetrisch, das andere nicht, und doch alle gleich wichtig dem Ganzen.“
Genau wie die Blätter tragen wir unsere ganz eigene Form und Farbe – und sind trotzdem ein Teil vom großen Ganzen, das wir Leben nennen.
Die Natur lebt nach eigenen Regeln – da gibt’s ein Gesetz der Symmetrie und Muster, die sich im Kleinen wie im Großen wiederholen. Hast du schon mal eine Farnspirale betrachtet oder einen Tornado bewundert? Alles dreht sich im Kreis, alles fließt und wächst – mal langsam, mal wild, aber immer im Rhythmus.
Und genau dieser Rhythmus, diese Geduld und Beständigkeit, das habe ich selbst erst lernen müssen. Nein, Instant-Lösungen gibt’s nicht – weder für einen Waldspaziergang noch fürs Leben.
Hermann Hesse fasst es so schön zusammen:
„Geduld ist das Schwerste und das Einzige, was zu lernen sich lohnt. Alle Natur, alles Wachstum, aller Friede, alles Gedeihen und Schöne in der Welt beruht auf Geduld, braucht Zeit, braucht Stille, braucht Vertrauen.“
Was mich fasziniert: In der Natur herrscht keine Ellenbogengesellschaft, kein ständiger Wettbewerb. Hier gibt’s kein: „Das hättest du aber besser machen können!“ Blumen und Bäume wachsen ganz entspannt nebeneinander, und doch erfüllen sie alle ihre Aufgabe. Wir dürfen hier einfach sein, im grünen Bereich – und das ganz ohne Urteil.
In unserer schnelllebigen, konsumorientierten Welt sind wir oft genau das Gegenteil – Dauerbetrieb, Mehr-mehr-mehr, und viel zu selten echtes Innehalten. Die Natur hingegen zeigt uns, wie Vernetzung und Kooperation wirklich funktionieren – Pilze und Bäume zum Beispiel, die sich gegenseitig unterstützen, wie ein Team aus der großen Naturfamilie.
Ich habe für mich entdeckt, wie wertvoll es ist, mich mit Gleichgesinnten zu verbinden und gemeinsam zu wachsen, statt in einer Ellenbogengesellschaft zu versinken. Und ich habe gelernt: Du bist der wichtigste Mensch in deinem Leben! Tu dir was Gutes, gönn dir Zeit in der Natur, spüre deine Mitte und finde deinen eigenen Heimathafen in dir selbst – und natürlich auch ein Zuhause, in dem du dich wohlfühlst.
Wo möchte ich leben? Berlin liebe ich sehr, diese Stadt hat ihren ganz eigenen Puls und Charme. Aber ich merke, wie sehr ich die echte Natur brauche – die Wälder, Seen und weiten Horizonte Brandenburgs, die Ruhe abseits von Autos und Hochhäusern. Mein Seelenheil wartet eben doch draußen im Grünen.
Leben ist Bewegung, ein Fluss, der sich ständig wandelt. Es gibt Zeiten für Ruhe, für Wachstum, für Abschied und Neubeginn. Wenn du dich für diesen Fluss öffnest, kannst du die unendliche Fülle des Lebens spüren – und deine eigenen Superkräfte aktivieren.
Mein persönliches Heilmittel für die Seele?
Frisches Grün tanken, mit allen Sinnen erleben, tief einatmen und loslassen.
Denn draußen in der Natur ist das Leben einfach – zeitlos, harmonisch, vollkommen. Ein Ort, an dem ich meine „Seelenmassage“ bekomme, egal ob es ein zweistündiger Waldspaziergang ist oder eine stille Pause am Fenster mit Blick auf ein Blatt, einen Vogel oder einen Käfer.
Dabei sind es nicht nur die positiven Effekte auf Immunsystem und Körperfunktionen, die mich anziehen. Ich spüre, wie ich mich mit den Elementen Sonne, Wasser, Erde und Luft verbinde – und dabei Stück für Stück meine Superkräfte wecke.
Und ja, ganz ehrlich: Ohne das Blau des Wassers, das sanfte Rauschen der Wellen, wäre das Glück für mich irgendwie nicht komplett. Die Kombination aus GRÜN & BLAU hat das größte Potential zum mentalen Training in der Natur. Es ist also die Vegetation in Verbindung mit Wasser, egal ob es ein Fluß, See oder das Meer ist. Es ist die Naturfaszination die uns mental stärkt mit einer regenerativen Aufmerksamkeit.
Wenn du weiterlesen möchtest:
WOHLFÜHLOGIE – Oder (m)eine Wissenschaft des Wohlfühlens begleitet dich mit vielen weiteren Kapiteln durch Themen wie Schlaf, Nervensystem, innere Sicherheit, Naturverbundenheit und Selbstheilung. Dazu gibt es viele Bilder, die ich sehr bedacht ausgewählt habe.
Du findest das Buch überall, wo es Bücher gibt oder direkt online bei Amazon auch als E-Book.
Vielleicht ist es genau das, was die Natur mit uns macht:
Sie erklärt nichts.
Sie fordert nichts.
Sie erinnert.
Erinnert daran, dass wir nicht außerhalb stehen.
Dass wir dazugehören.
Und dass Verbindung kein Konzept ist, sondern ein Gefühl.
Geduld. Stille. Vertrauen.
„Alle Natur, alles Wachstum, aller Friede,
alles Gedeihen und Schöne in der Welt
beruht auf Geduld,
braucht Zeit,
braucht Stille,
braucht Vertrauen.“
– Hermann Hesse
Wachstum geschieht nicht unter Druck.
Es geschieht im Rhythmus.
Vielleicht liegt darin eine Einladung:
Nicht schneller werden.
Sondern wieder hören lernen.
Vielleicht liegt darin auch ein Gefühl:
Du entschleunigst – und wirst wieder Teil des Ganzen.
Keine Trennung
Wir sollten mit der Natur so umgehen wie mit uns selbst.
Uns nicht schaden.
Und ihr nicht schaden.
Denn was wir der Natur zufügen, fügen wir uns selbst zu.
Vielleicht ist das keine moralische Forderung.
Vielleicht ist es nur eine logische Folge von Zugehörigkeit.
Wenn wir aufhören, Natur als „draußen“ zu begreifen, entsteht eine andere Haltung.
Kein Kampf. Kein Nutzen. Keine Ausbeutung.
Sondern Beziehung.
Vielleicht geht es nicht darum, mehr Natur in dein Leben zu bringen.
Vielleicht geht es darum, dich wieder als Natur zu erkennen.
Und vielleicht genügt heute ein Baum.
Ein Atemzug.
Ein Moment ohne Trennung.
✻ Wohlfühlogie-Reflexion
Wann wurde für dich zuletzt spürbar, dass keine Grenze zwischen Innen und Außen existiert?
Nur unser Herz, unsere Seele kann mit dem Wunder der Natur in Resonanz gehen.
Der Weg zurück zur Natur ist zugleich der Weg zu unserem wahren Selbst.
Und dieser ist immer ein persönlicher, individueller Weg.
Von ♡ zu ♡
Deine Tine Sonnengold
P.S.: Ich wünsche dir eine gute Zeit in der Natur …
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