Fika – Warum bewusste Pausen glücklich machen

18 Minuten Lesezeit

Fika macht aus einer Unterbrechung einen menschlichen Moment.

Sie ist ein schwedisches Lebensgefühl und eine Alltagspraxis, bei der Menschen bewusst innehalten, gemeinsam genießen und Zeit miteinander verbringen. Traditionell gehören Kaffee und häufig süßes Gebäck dazu. Im Mittelpunkt steht jedoch nicht das Getränk, sondern die bewusste Unterbrechung des Alltags, soziale Verbindung, Präsenz und gemeinsamer Genuss. Fika kann privat ebenso wie im Berufsleben stattfinden und zeigt, wie kleine, regelmäßig gelebte Momente des Miteinanders das Wohlbefinden unterstützen können.

Dieser Beitrag ist Teil der Serie „Wohlfühlen kennt viele Sprachen“ innerhalb der Kategorie „Wohlfühlogie – Wissenschaft des Wohlfühlens“. Gemeinsam entdecken wir Lebensgefühle aus aller Welt – nicht als Reiselexikon, sondern als Inspiration für ein bewussteres Leben. Denn manche Wörter lassen sich kaum ins Deutsche übersetzen, ihre Wirkung können wir trotzdem jeden Tag erleben.

Warum setzen sich die Schweden mitten im Alltag zusammen, obwohl eigentlich noch so viel zu tun wäre?

Eigentlich müsste es doch schnell gehen. Der Kaffee ist fertig, der nächste Termin wartet, auf dem Schreibtisch liegt noch Arbeit und zu Hause gibt es schließlich auch genug zu erledigen. Und trotzdem setzen sich Menschen zusammen.

Nicht, weil heute etwas Besonderes gefeiert wird. Nicht, weil ein Termin im Kalender daran erinnert. Und auch nicht, weil es dafür einen guten Grund braucht. Sie nehmen sich einfach Zeit.

Für einen Kaffee. Für etwas Süßes. Für ein Gespräch. Für einander.

Was für uns auf den ersten Blick wie eine ganz gewöhnliche Kaffeepause aussieht, hat in Schweden einen eigenen Namen: Fika.

Und dahinter steckt weit mehr als Kaffee.

Ein kleines Stück Schweden

Stell dir einen ganz gewöhnlichen Nachmittag in Schweden vor.

Draußen ist es vielleicht kühl, drinnen warm und gemütlich. Auf dem Tisch stehen Kaffee und etwas Süßes. Freunde oder Familie sitzen zusammen. Einer erzählt, was gerade im Leben passiert, jemand anderes hört aufmerksam zu. Es wird gelacht, nachgefragt, diskutiert – vielleicht auch einfach mal eine Weile geschwiegen.

Niemand scheint es eilig zu haben.

Es geht nicht darum, möglichst schnell den Kaffee auszutrinken. Niemand schaut ständig auf die Uhr. Das Handy darf ruhig in der Tasche bleiben. Und niemand muss einen besonderen Grund dafür liefern, dass man gerade zusammen sitzt.

Es ist kein Geburtstag.

Keine Einladungskarte.

Kein „Wir müssen uns unbedingt mal wieder treffen“.

Es ist einfach Fika.

Ein kleiner Moment im Alltag, der plötzlich gar nicht mehr so klein wirkt.

Denn hier geht es um mehr als Kaffee und Gebäck. Es geht um Interesse am anderen, um Austausch und echtes Zuhören. Um Genuss. Um Lachen und Lebensfreude. Um die Freude daran, miteinander Zeit zu verbringen.

Mir gefällt dieses Stück schwedische Lebensqualität sehr: Gemeinsame Zeit muss nicht erst verdient oder mit einem besonderen Anlass gerechtfertigt werden. Sie darf einfach stattfinden.

Und Fika gehört in Schweden nicht nur ins private Leben. Auch im Berufsalltag ist die gemeinsame Pause vielerorts ganz selbstverständlich.

Für einen Moment wird nicht gearbeitet, optimiert oder abgehakt. Kolleginnen und Kollegen sitzen zusammen, reden über das Leben, lachen und hören einander zu. Auch berufliche Hierarchien treten dabei ein Stück in den Hintergrund.

Und niemand muss sich dafür rechtfertigen, dass gerade nichts „Produktives“ passiert.

Denn genau das ist der Moment: gemeinsam Zeit zu verbringen, aufzutanken und wieder miteinander in Verbindung zu kommen.

Und während der Kaffee langsam kalt wird, ist vielleicht genau das passiert, was im Alltag so leicht verloren geht: Menschen haben einander Zeit geschenkt.

Fika ist ein kleines Stück Schweden und es kann eine ziemlich große Einladung an uns sein, dem Miteinander wieder mehr Raum zu geben.

Genau diese kleinen Momente des Miteinanders sind wertvoller, als sie auf den ersten Blick wirken. Denn gemeinsame Zeit bedeutet nicht nur nette Unterhaltung. Sie schafft Nähe, Zugehörigkeit, Austausch und das Gefühl, mit anderen verbunden zu sein.

Warum Verbundenheit für unser Wohlbefinden und sogar für unsere Gesundheit eine so wichtige Rolle spielt, habe ich in meinem Überblicksartikel zur Serie: „Verbundenheit als Gesundheitsfaktor“ ausführlicher beschrieben. Hier geht es um Freundschaft, Gemeinschaft und der spannende Zusammenhang zu unserer Lebenszeit.

Das ist Fika.

Sie macht aus genau diesen kleinen Momenten des Miteinanders ein Stück gelebten Alltag.

Das Wort Fika – mehr als eine Kaffeepause

Fika ist eines dieser Wörter, bei denen schon die Übersetzung ein bisschen zu kurz greift.

Denn natürlich geht es bei Fika um Kaffee. Und oft um etwas Süßes dazu. Doch das Wort beschreibt weit mehr als das, was in der Tasse und auf dem Teller liegt.

Woher kommt das Wort Fika?

Fika ist ein vergleichsweise junges Wort. Es ist seit mindestens 1910 belegt und entstand durch eine besondere Form der Wortbildung: das sogenannte Backslang. Dabei werden Buchstaben oder Silben eines Wortes vertauscht.

Aus dem älteren schwedischen kaffi wurde so fika. Aus Kaffee wurde sprachlich also Fika – und aus einem Getränk entwickelte sich ein Begriff für einen ganzen Moment im Alltag.

Heute kann Fika vieles bedeuten: den Kaffee oder Tee selbst, etwas Kleines zum Essen dazu, die gemeinsame Kaffeepause oder sogar die Pause als solche. Und das Schöne daran: Fika ist nicht nur ein Substantiv. Man kann auch „fika“ – Fika machen.

Was bedeutet Fika?

Die einfachste deutsche Übersetzung wäre wohl: Kaffeepause. Doch genau hier wird es spannend. Denn eine deutsche Kaffeepause kann vieles sein: Kaffee schnell auf dem Weg zum nächsten Termin, ein Becher am Schreibtisch oder fünf Minuten in der Küche, bevor es weitergeht. Oft sogar im Stehen. Keine Zeit für Muse.

Fika meint mehr.

Das schwedische Portal sweden.se beschreibt Fika als ein soziales Phänomen und als einen guten Grund, sich bewusst Zeit füreinander zu nehmen. Fika kann zu Hause, bei der Arbeit oder im Café stattfinden – morgens genauso wie abends.

✔️ WOHLFÜHL-MARKER:

Eine Kaffeepause kann Fika sein.
Aber eine Kaffeepause ist noch lange keine Fika.

Denn bei Fika geht es nicht in erster Linie darum, Kaffee zu trinken.

Es geht darum, sich Zeit zu nehmen.

♡ Für Genuss.
♡ Für ein Gespräch.
♡ Für echtes Zuhören.
♡ Für Lachen.
♡ Für Verbindung.
♡ Für den Moment.
♡ Für Lebensfreude

Und Kaffee? Der gehört trotzdem dazu. 

Schweden ist eine ausgeprägte Kaffeenation. Kaffee ist tief in der schwedischen Alltags- und Fika-Kultur verankert.

Schweden gehört zu den Ländern mit besonders hohem Kaffeekonsum: Rund 8 Kilogramm Kaffee pro Person und Jahr werden dort konsumiert.

Ungefähr eine Badewanne voller Kaffee. Eine ziemlich anschauliche schwedische Maßeinheit. 

Kaffee hat dort deshalb eine besondere kulturelle Bedeutung. Er ist nicht nur Wachmacher, sondern häufig ein Anlass, zusammenzukommen. Freunde, Familie und Kolleginnen und Kollegen treffen sich bei Kaffee oder manchmal auch Tee, oft begleitet von etwas Süßem.

Und genau darin liegt die Besonderheit von Fika:

Der Kaffee ist der Anlass.
Die Begegnung ist der eigentliche Moment.

Die Fika ist das Miteinander.

Im Deutschen gibt es keine perfekte Eins-zu-eins-Übersetzung. Denn sobald wir Fika nur mit „Kaffeepause“ übersetzen, verlieren wir einen Teil dessen, was dieses schwedische Lebensgefühl so besonders macht.

Soziale & kulturelle Besonderheiten von Fika

Fika ist in Schweden weit mehr als eine Pause mit Kaffee und Gebäck. Sie ist ein kleines soziales Ritual, das Menschen miteinander verbindet – im privaten Leben genauso wie im Berufsalltag.

Auf einen Kaffee – auf Augenhöhe

Stell dir vor: Der Chef sitzt mit der neuen Kollegin am selben Tisch. Die erfahrene Mitarbeiterin erzählt dem Praktikanten eine Geschichte. Es wird gelacht, nachgefragt und über Dinge gesprochen, die mit dem nächsten Arbeitsschritt gerade überhaupt nichts zu tun haben.

Für diesen Moment treten berufliche Rollen und Hierarchien ein Stück in den Hintergrund.

Nicht die Position zählt, sondern der Mensch, der gerade mit am Tisch sitzt.

Das passt erstaunlich gut zu dem schwedischen Verständnis von Zusammenarbeit: flachere Hierarchien, Beteiligung und ein eher kooperatives Miteinander gehören in vielen schwedischen Arbeitskulturen zum Selbstverständnis.

Und genau deshalb kann Fika mehr sein als eine nette Unterbrechung des Arbeitstages. Sie schafft Raum für Austausch und manchmal entstehen gerade dort die Gespräche, für die im eigentlichen Arbeitsablauf kein Platz gewesen wäre.

Fika und Lagom – das richtige Maß

Für mich ist es kein Zufall, dass Fika so gut zum schwedischen Lebensgefühl Lagom passt.

Lagom bedeutet: genau richtig. Nicht zu viel. Nicht zu wenig.

Auch Fika braucht keinen großen Aufwand. Ein Kaffee, etwas Süßes, ein bisschen Zeit und Menschen, mit denen man diese Zeit teilen möchte.

Es darf genug sein.

Dieses schwedische Gespür für das richtige Maß haben wir bereits bei Lagom kennengelernt. Wenn du noch einmal eintauchen möchtest, warum „genau richtig“ so viel mit Wohlfühlen zu tun hat, kannst du hier weiterlesen:

Und dann wird dieses Prinzip sogar essbar.

Eine traditionelle schwedische Kaffeerunde, das sogenannte kafferep, war früher mit einer ganz besonderen Regel verbunden: Sieben Sorten Gebäck galten als genau richtig.

sju sorters kakor – sieben Sorten Kekse

Weniger konnte als geizig wirken, mehr als Angeberei. Sieben waren die goldene Mitte.

Das ist eigentlich Lagom auf einem Kuchenteller.  Und weil viele schwedische Plätzchen auf ähnlichen Grundzutaten basieren, lässt sich daraus sogar eine kleine gemeinsame Backtradition machen.

Fika ist Gemeinschaft im Kleinen

Genau hier liegt die besondere Kraft von Fika: Sie macht Gemeinschaft nicht zu einem großen Projekt. Man muss kein Fest organisieren. Keinen Tisch für zwölf Personen reservieren. Keine Einladung Wochen im Voraus verschicken.

Man setzt sich einfach zusammen.

Fika kann geplant oder spontan entstehen, zu Hause, im Café, bei einem Picknick oder am Arbeitsplatz. Entscheidend ist nicht der Ort, sondern das, was zwischen den Menschen passiert: Sie nehmen sich Zeit füreinander, reden, hören zu, lachen und teilen einen kleinen Moment des Alltags.

Und vielleicht ist genau das eine der schönsten Ideen, die wir aus Schweden mitnehmen können: Gemeinschaft braucht nicht immer einen besonderen Anlass. Manchmal braucht sie nur einen freien Stuhl am Tisch.

Warum Fika glücklich machen kann – die wissenschaftliche Seite

Was passiert eigentlich mit unserem Wohlbefinden, wenn wir solche kleinen Momente regelmäßig erleben?

Die Antwort beginnt mit etwas, das wir im Alltag leicht unterschätzen: Wir Menschen brauchen nicht nur Erholung, sondern auch Verbindung.

Fika bringt beides zusammen. Sie unterbricht den Alltag, schafft Raum für Genuss und lenkt unsere Aufmerksamkeit wieder auf das, was gerade wirklich da ist:
die Menschen, das Gespräch, den Augenblick.

1. Soziale Verbindung – wir sind keine Wohlfühl-Inseln

Gemeinsame Zeit ist mehr als ein netter Zeitvertreib. Zugehörigkeit, Freundschaft und soziale Beziehungen gehören zu den wichtigen Faktoren für unser Wohlbefinden und unsere Gesundheit.

Genau das macht Fika so interessant: Eine kleine Pause wird zu einem Moment, in dem wir uns austauschen, zuhören, lachen und Interesse füreinander zeigen.

Warum Verbundenheit für unser Wohlbefinden und sogar für unsere Gesundheit eine so wichtige Rolle spielt, habe ich in meinem Überblicksartikel „Verbundenheit als Gesundheitsfaktor“ ausführlicher beschrieben.

2. Augenhöhe und Zugehörigkeit – ich bin Teil davon

Wenn berufliche Rollen für einen Moment in den Hintergrund treten, kann etwas entstehen, das im hektischen Arbeitsalltag leicht verloren geht: ein Gefühl von Zugehörigkeit.

Ich sitze nicht nur neben dir. Ich bin mit dir im Gespräch.

Gerade diese informellen Begegnungen können Beziehungen stärken und den sozialen Zusammenhalt fördern. Fika schafft dafür einen ganz unspektakulären Rahmen: einen Tisch, etwas Kaffee und Zeit.

3. Präsenz – Handy weg, Mensch da

Fika lädt dazu ein, wirklich anwesend zu sein.

Nicht nebenbei Nachrichten beantworten. Nicht schon an den nächsten Termin denken. Nicht zuhören, während der Blick über den Bildschirm wandert.

Hier sein. Zuhören. Nachfragen. Lachen.

Unser Alltag ist voller Reize und Unterbrechungen. Eine Fika kann deshalb zu einem kleinen Gegenentwurf werden: Die Aufmerksamkeit bekommt für einen Moment einen einzigen Ort.

Und genau darum geht es auch bei einer guten Pause.

Warum bewusste Unterbrechungen unserem Wohlbefinden guttun, habe ich bereits ausführlicher im WohlfühlOGIE-ABC beschrieben: 

Dort geht es um die Erholung, die unser Körper und unser Kopf brauchen, um zu regulieren, neue Kraft zu schöpfen und wieder klarer wahrzunehmen. Bei Fika kommt allerdings noch etwas Entscheidendes hinzu: Die Pause wird zum gemeinsamen Erlebnis.

4. Kleine positive Momente – Lebensfreude braucht keinen großen Anlass

Fika zeigt außerdem, wie viel Wohlbefinden in scheinbar kleinen Dingen stecken kann.

Ein guter Kaffee. Ein Stück Kuchen. Ein vertrautes Gesicht. Ein herzliches Gespräch. Ein gemeinsames Lachen. Nichts davon muss spektakulär sein.

Doch genau solche positiven Alltagserlebnisse können unsere Wahrnehmung verändern und dem Tag kleine Inseln von Freude, Genuss und Leichtigkeit schenken.

Fika macht daraus kein großes Wellnessprogramm. Sie macht Wohlfühlen alltagstauglich.

Wohlfühlpraxis: Deine eigene Fika

Jetzt wird es praktisch.

Denn Fika muss nicht in Schweden stattfinden. Du brauchst dafür weder einen schwedischen Kaffeetisch noch eine Zimtschnecke aus Stockholm.

Du brauchst vor allem Zeit füreinander.

Deine Fika – ganz einfach

  Etwas zum Genießen

Kaffee gehört traditionell zur schwedischen Fika. Du kannst aber genauso gut Tee, Kakao oder dein Lieblingsgetränk wählen. Und natürlich darf etwas Süßes dazu – muss aber nicht.

Einen Menschen

Lade jemanden ein, mit dem du gerne Zeit verbringst. Eine Freundin, deinen Partner, deine Schwester, einen Kollegen oder jemanden, den du schon lange einmal wiedersehen möchtest.

Das Handy darf Pause machen

Leg es weg. Nicht nur auf den Tisch mit dem Display nach unten, während du trotzdem alle paar Minuten danach schaust.
Schenke deine Aufmerksamkeit dem Menschen, der gerade vor dir sitzt.

Sei wirklich da

Frag nach. Hör zu. Erzähl. Lach. Sprich auch mal über Dinge, die nicht erledigt werden müssen.

Fika ist kein Meeting.

Es gibt keine Tagesordnung und am Ende auch kein Protokoll.

Lass die Zeit einfach ein bisschen Zeit sein

Nicht sofort wieder aufspringen müssen. Du musst nichts erreichen. Du musst die Pause nicht „effektiv nutzen“. Du darfst einfach sitzen, genießen und miteinander sein.

Und genau deshalb gilt: Fika funktioniert auch ohne Kaffee.

Denn der Kaffee ist traditionell ein wichtiger Teil der Fika-Kultur – aber er ist nicht ihr Herzstück.

Das Herzstück ist die bewusste Zeit miteinander.

Fika kann spontan entstehen oder geplant sein. Zu Hause, im Café, im Garten, auf einer Parkbank oder mitten im Alltag.

Und sie darf sogar ganz klein sein.

Vielleicht zehn Minuten mit einer Kollegin.
Ein Kaffee mit deiner Nachbarin.
Ein Stück Kuchen mit deinem Vater.
Ein Tee und ein gutes Gespräch mit deiner Freundin.

Es braucht keinen besonderen Anlass.

Mach aus einer gewöhnlichen Pause einen kleinen Moment, der euch gehört.

Deine kleine Fika-Frage

Wenn du heute eine Fika verschenken könntest:
Wem würdest du ein bisschen Zeit schenken?

Das könnte dein nächster Wohlfühlmoment sein.

Was bedeutet das für die WOHLFÜHLOGIE?

WOHLFÜHLOGIE macht aus Fika keine Kaffeepause. Sie erkennt darin eine kleine Alltagspraxis für menschliches Wohlbefinden.

Denn Fika verbindet gleich mehrere Dinge, die uns guttun:

bewusste Unterbrechung + Verbindung + Präsenz + Genuss + Lebensfreude

Eine Fika erinnert uns daran, dass Wohlfühlen nicht erst dann beginnt, wenn alle Aufgaben erledigt sind.

Es darf mitten im Alltag stattfinden.

In einem Gespräch.
Bei einem gemeinsamen Lachen.
Bei einem Stück Kuchen.
In zehn Minuten ungeteilter Aufmerksamkeit.

Und vielleicht liegt genau darin eine wichtige WOHLFÜHLOGIE-Erkenntnis:

Wohlfühlen entsteht nicht nur in den großen Auszeiten unseres Lebens. Es wächst auch in den kleinen Momenten, die wir miteinander teilen.

Fika zeigt uns außerdem, dass Verbindung ein Teil von Wohlbefinden ist. Wir sind keine isolierten Wohlfühlprojekte. Menschen brauchen Menschen – für Austausch, Nähe, Freude, Unterstützung und das Gefühl, dazuzugehören.

Und auch die Pause bekommt durch Fika eine neue Perspektive:

Eine Pause muss nicht immer Rückzug bedeuten. Sie kann auch Begegnung sein.

✔️ WOHLFÜHL- MARKER zur Fika: Mach aus deiner Pause einen Moment des Lebens.

Nicht alles muss produktiv sein.

Nicht jede freie Minute muss genutzt werden.

Manchmal ist das Wertvollste, was wir tun können, füreinander Zeit zu haben.

Wenn du die WOHLFÜHLOGIE als Ganzes entdecken möchtest, findest du hier den Einstieg in diese Welt des Wohlfühlens:

➸ Häufige Fragen zu Fika:

Was bedeutet Fika?

Fika ist ein schwedisches Lebensgefühl und eine Alltagspraxis, bei der Menschen bewusst Zeit für Genuss, Austausch und Miteinander nehmen. Traditionell gehören Kaffee und häufig etwas Süßes dazu. Im Mittelpunkt steht jedoch die gemeinsame Zeit.

Was macht man bei einer Fika?

Man setzt sich zusammen, trinkt Kaffee oder ein anderes Getränk, isst vielleicht etwas Süßes und nimmt sich Zeit für ein Gespräch. Man hört einander zu, lacht, erzählt und genießt den Moment – ohne dabei gleich wieder zur nächsten Aufgabe eilen zu müssen.

Ist Fika nur eine Kaffeepause?

Nein. Eine Kaffeepause kann Fika sein. Aber eine Kaffeepause ist noch lange keine Fika.

Der Kaffee gehört traditionell dazu und ist ein wichtiger Teil der schwedischen Fika-Kultur. Das eigentliche Herzstück ist jedoch die bewusste Zeit miteinander: Verbindung, Präsenz, Genuss und Austausch.

Warum ist Fika in Schweden so wichtig?

Fika ist tief im schwedischen Alltag verankert und wird sowohl privat als auch im Berufsleben gelebt. Sie schafft einen selbstverständlichen Raum für Begegnung, Gespräch und Gemeinschaft.

Gerade im Arbeitsleben kann Fika dazu beitragen, dass Menschen miteinander ins Gespräch kommen, die sich im normalen Arbeitsablauf vielleicht nur über Aufgaben und Zuständigkeiten begegnen. Für einen Moment treten berufliche Rollen in den Hintergrund und der Mensch rückt in den Mittelpunkt.

Was gehört zu einer typischen Fika?

Kaffee ist der Klassiker. Dazu gibt es häufig süßes Gebäck wie Kanelbullar, die berühmten schwedischen Zimtschnecken, oder andere Kuchen und Gebäckstücke.

Beliebt sind zum Beispiel Kladdkaka, ein saftiger, klebriger Schokoladenkuchen, Morotskaka, schwedischer Karottenkuchen, oder Chokladbollar, kleine Schokoladen-Hafer-Kugeln ohne Backen.

Historisch gibt es außerdem die schöne schwedische Tradition der „sju sorters kakor“ – sieben Sorten Gebäck. Sieben galten als genau richtig: nicht zu wenig und nicht zu viel.

Kann man Fika auch alleine machen?

Ja. Auch wenn die soziale Verbindung ein wichtiger Bestandteil der Fika-Kultur ist, kann Fika auch ein bewusster Moment für sich selbst sein.

Ein Kaffee auf einer Bank in der Sonne. Ein Stück Kuchen mit einem guten Buch. Eine kleine Pause am Fenster.

Entscheidend ist, dass du nicht nebenbei schon wieder drei Dinge erledigst.

Du bist für diesen Moment einfach da.

Wie kann ich Fika in meinen Alltag integrieren?

Ganz unkompliziert: Verabrede dich mit einem Menschen auf einen Kaffee. Lade jemanden spontan auf ein Stück Kuchen ein. Setz dich mit einer Kollegin bewusst abseits des Schreibtischs zusammen.

Oder mach aus einer gewöhnlichen Pause eine kleine Fika:

Handy weg. Etwas genießen. Zuhören. Erzählen. Lachen. Zeit miteinander verbringen.

Fika kann geplant oder spontan, drinnen oder draußen stattfinden. Und sie braucht keinen besonderen Anlass. Fika funktioniert auch ohne Kaffee.

Wohlfühl-Reisegepäck 

Was nehmen wir von unserer kleinen Reise nach Schweden mit?

✔︎ Genuss braucht keinen besonderen Anlass.

✔︎ Sei wirklich da, wenn du mit jemandem zusammen bist.

✔︎ Pausen sind keine verlorene Zeit.

✔︎ Begegnung ist Nahrung für das Wohlbefinden.

✔︎ Es darf so viel sein, wie dir guttut.

✔︎ Genuss darf einen Platz im Alltag haben.

✔︎ Nicht alles im Leben muss produktiv sein.

✔︎ Bewusstes Unterbrechen kann Wohlfühlen ermöglichen.

Und vielleicht nimmst du vor allem diese kleine Erinnerung mit:

Manchmal ist das Wichtigste, was wir gemeinsam tun können, für einen Moment nichts erledigen zu müssen.

Das ist Fika.

Ein Kaffee.
Ein Gespräch.
Ein bisschen Zeit.

Und plötzlich fühlt sich ein ganz gewöhnlicher Moment besonders an.

WOHLFÜHLOGIE – EINLADUNG:

Mach heute eine kleine Fika-Pause.

Lade jemanden auf einen Kaffee, Tee oder einfach ein bisschen gemeinsame Zeit ein. Legt die Handys weg, hört einander zu und lasst den Moment einfach Moment sein.

Vielleicht fällt dir beim Lesen sogar jemand ein, dem du diesen Beitrag schenken möchtest, als Wohlfühlogie- Einladung für ihn selbst oder euch gemeinsam.

Sharing is Caring ❤︎



Von ♡ zu ♡
Deine Tine Sonnengold

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert