Achtsamkeit statt Angst – Eine Einladung zur inneren Sicherheit

12 Minuten Lesezeit

Wie du mit Bewusstheit zurück in deine Mitte findest

Wenn Angst sich wie ein ungefragter Gast an den Tisch setzt

Manchmal taucht Angst auf wie ein ungebetener Besucher, der meint, er müsse jetzt sofort erscheinen – egal, ob du gerade einkaufen willst, ein Gespräch führst oder einfach nur einen ruhigen Abend genießen möchtest. Sie schleicht sich an, setzt sich breit grinsend an deinen inneren Küchentisch und sagt:
Hi. Ich bleibe jetzt erst mal hier.

Charmant ist sie nicht.
Aber zerstören will sie uns auch nicht.
Angst will wachrütteln.

Sie ist kein Feind, sondern eher eine sehr laute innere Assistentin, die leider nie gelernt hat, wie man höflich anklopft.

Der deutsche Hirnforscher Dr. Gerald Hüther bringt es wunderbar auf den Punkt:

Oft haben wir Angst vor etwas, das gar nicht existiert – und für unser Gehirn wirkt es genauso real, als wäre es tatsächlich da.

Unsere Vorstellungskraft ist also mächtig. Die meisten Ängste, die uns heute belasten, entstehen im Kopf – nicht im Außen. Und trotzdem blockieren sie uns:

  • Angst macht irrational.
  • Angst blockiert Energie und Denkfähigkeit.
  • Angst, so klein sie auch sein mag, stört den harmonischen Fluss des Lebens.

Wenn Angst aktiv ist, nehmen wir kaum noch etwas wahr.
Furcht ist – neurobiologisch betrachtet – ein Zustand des Nicht-Wahrnehmens.

Und auch wenn wir gerne alles loslassen würden, was uns stresst, ist es nicht immer einfach. Doch genau diese Aufgabe lohnt sich täglich. Denn, kleine Erinnerung:
80 % der Dinge, die uns gedanklich belasten, treten nie ein.
Warum also nicht die restlichen 20 % feiern und nach dem Motto leben:
„Wer weiß, wofür es gut ist.“

Der Meditationslehrer Peter Beer beschreibt es in seinem Buch: Achtsamkeit statt Angst und Panik sehr treffend:

Angst verschwindet nicht, wenn wir sie ignorieren.
Sie verwandelt sich erst, wenn wir ihr bewusst begegnen.

Und genau hier beginnt die Wohlfühlogie-Magie.

Was Achtsamkeit mit Angst macht (und was nicht)

Die Gegenwart als Zuflucht: Hier beginnt innere Freiheit

Wenn ein Mensch lernt, die Gegenwart bewusst zu betreten, verliert die Schuld ihren Halt. Vergangenheit kann uns nur belasten, wenn wir sie ständig wiederholen – wenn wir uns mit ihr identifizieren, statt aus ihr zu wachsen.

In der Gegenwart erkennen wir:
Wir sind nicht mehr dieselbe Person wie damals.

Achtsamkeit ermöglicht uns:

  • zu reflektieren
  • zu vergeben
  • zu integrieren
  • weiterzugehen

Gleichzeitig verliert die Angst ihre Schärfe, wenn wir im Jetzt verankert sind. Zukunftsängste entstehen durch Erwartungen, Projektionen und innere Filme, die oft düsterer sind als jede Realität.

Der Moment, in dem du lebst, ist immer handhabbar.
Schritt für Schritt. Atemzug für Atemzug.

So entsteht Freiheit – nicht als fernes Ziel, sondern als Zustand im Hier und Jetzt.
Frei ist derjenige,

  • der sich nicht vom Gestern bestimmen lässt
  • und sich nicht vom Morgen beeindrucken lässt

In der Gegenwart beginnt Ruhe & Klarheit.
Ein Leben, das nicht von inneren Schatten gesteuert wird.

Achtsamkeit ist dabei ein geniales Werkzeug – eines, das uns befähigt, hinzuschauen, hinzuhören, hinzu fühlen.

Die entscheidende Frage: „Was will die Angst mich gerade nicht sehen lassen?“

Reife beginnt dort, wo du nicht sofort reagierst, sondern kurz still wirst.
Ein Moment des bewussten Innehaltens ist machtvoll:

  • Der Autopilot stoppt.
  • Der Reiz-Reaktions-Kreislauf wird unterbrochen.
  • Freiheit entsteht: die Freiheit nicht zu reagieren, sondern zu wählen.

Und dann kommt die Intuition – dieser tiefe, weise Instinkt, der genau weiß, was gut für dich ist.

1. Angst ist ein Signal – kein persönlicher Fehler

Angst zeigt fast immer, dass etwas aus der Balance geraten ist:

  • Das Nervensystem ist überlastet.
  • Der Körper sendet SOS-Signale.
  • Der Geist lässt dunkle Wolken aufziehen.

Achtsamkeit macht hier etwas Revolutionäres:
Sie drückt die Angst nicht weg.
Sie bekämpft sie nicht.
Sie sieht sie – sanft, wach, ohne Drama.

Stell dir vor:
Du sitzt innerlich wie ein Berg – stabil, atmend.
Und die Angst?
Nur ein Wetterumschwung.
Nicht angenehm, aber vorübergehend.

Du bist nicht die Wetterlage.
Du bist der Berg.

Dr. Gerald Hüther beschreibt das so schön:

Wir alle sind nicht mit Angst vor dem Leben zur Welt gekommen. 

Unsere Ängste sind nur deshalb entstanden, weil wir Angst machende Erfahrungen in unseren Beziehungen zu anderen Personen machen mussten. Diese angstbesetzten Erfahrungen verlieren ihre Bedeutung und werden im Gehirn neu verknüpft, wenn wir später erleben dürfen, dass es auch Menschen gibt, die uns so annehmen, wie wir sind, und denen wir vertrauen können. Es ist nie zu spät, verloren gegangenes Vertrauen zu sich selbst und gegenüber anderen Menschen wiederzufinden.“

2. Achtsamkeit schafft Raum, wo vorher Enge war

Wenn du bewusst atmest…
den Körper fühlst…
den Moment wahrnimmst…

… dann passiert etwas in dir:
Enge wird weiter.
Chaos wird klarer.
Panik wird Präsenz.

Es ist wie ein geöffnetes Fenster in einem stickigen Raum, der lange nicht gelüftet wurde.

Für mich persönlich war die Natur immer ein Angst-Entschärfer. Das Wahrnehmen in der Natur  mit den vielfältigen Farben & Formen. Bewusste längere Spaziergänge helfen dabei, egal zu welcher Jahreszeit. Die Natur hat immer etwas zu bieten.

Die Natur ist wie eine Lehrmeisterin, die sagt:
„Atme. Hier bist du sicher.“

Sie bewertet nicht. In meinem Buch habe ich ein ganzes Kapitel zur Kraft gebenden Natur geschrieben, habe sogar eine Liebeserklärung an sie geschrieben …

3. Meditation als Anker – nicht als Flucht

Keine Räucherstäbchenpflicht. Kein Lotussitz.
Meditation heißt: bewusst da sein.

Meditation als „Schlüssel zur inneren Sicherheit“.
Bei mir war es die bewegte Meditation mit Qigong, die mein Gefühlschaos geerdet hat und mich wieder in meiner Mitte eingependelt hat. So kommt man mehr und mehr in Balance und das fühlt sich verdammt gut an. Eine unaufgeregte innere Zufriedenheit stellt sich ein – Gelassenheit die man im Alltag gut gebrauchen kann. Ok, das bleibt natürlich nicht konstant so, denn das Leben ist ständig in Bewegung. Durch tägliche Praxis und so ist es auch mit anderen Achtsamkeitsübungen, bleibst du im Jetzt. Nicht mehr dieses Hin – und Herspringen zwischen Vergangenheit, Mist das hat nicht geklappt und für die Zukunft: oh Gott, das bekomme ich nicht hin Gedankengedönse.

Ein inneres „Ahhh, ich bin wieder da.“ Diese wundervolle Gelassenheit die den Alltag trägt.

Denn Meditation:

  • beruhigt das Nervensystem
  • stoppt das Gedankenkarussell
  • bringt dich zurück in den Körper
  • gibt dir einen Anker, wenn die Angst Welle hochschlägt

Du wirst nicht angstfrei.
Du wirst angstkompetent.
Und das ist ein himmelweiter Unterschied.

4. Angst will gesehen werden – nicht bekämpft

In jeder Angst steckt eine Botschaft – und wenn du bereit bist, hinzuhören, anstatt wegzulaufen, kann sie dir den Weg zu körperlicher, geistiger und seelischer Heilung zeigen.

Angst ist eine Botschafterin.
Sie zeigt:

  • wo Ruhe fehlt
  • wo Verbindung fehlt
  • wo Sicherheit fehlt
  • wo Zuwendung fehlt – oft die eigene

Keine andere Emotion führt uns so deutlich zu den Themen, denen wir uns stellen sollten, wenn wir wachsen wollen.

Achtsamkeit macht aus dieser Botschafterin keine Gegnerin – sondern eine Wegweiserin.
Und irgendwann sitzt sie nicht mehr wie ein Elefant auf deiner Brust…
sondern wie ein kleiner Vogel auf deiner Schulter: präsent, aber nicht erdrückend.

Eine ganz persönliche Erfahrung: Als die Angst in meinem Körper sichtbar wurde

Es gab eine Zeit in meinem Leben, in der ich von Überlebensängsten und existenziellen Befürchtungen begleitet war – und das, obwohl ich eigentlich ein sehr optimistischer Mensch bin.

Doch diese Angst blieb.
Sie wurde lauter.
Sie wurde körperlich.

Es begann mit einem Tinnitus – einem dauerhaften Geräusch, das ich nicht ignorieren konnte.
Dann veränderte sich meine Schilddrüse.
Sie puckerte.
Sie sendete mir ein unmissverständliches „So geht’s nicht mehr weiter!“.

Die Diagnose: ein gutartiger Knoten.
Der Schock: groß genug, um mich wachzurütteln.
Die Botschaft: Es ist Zeit, nach innen zu gehen.

Ich hatte lange im Außen gesucht – Lösungen, Ablenkung, Erklärungen.
Doch der Weg führte nur in eine Richtung: zu mir zurück.

In der holistischen Betrachtung steht die Schilddrüse oft im Zusammenhang mit Kommunikation:

  • Wie spreche ich mit mir?
  • Was verschweige ich mir selbst?
  • Wo überhöre ich meine eigenen Bedürfnisse?

Ich begann, mich wieder mit mir zu „unterhalten“.
Und mein Körper reagierte:
mit Erleichterung, mit Entspannung – und ja, mit Heilung.

Warum wir „Stress“ sagen – und oft Angst meinen

In unserer Kultur hat Angst ein schlechtes Image.
„Ich habe Angst“ klingt verletzlich.
„Ich bin gestresst“ dagegen klingt beschäftigt, produktiv, irgendwie „normal“.

Dabei ist Stress oft nur ein anderes Wort für Angst. Es beschreibt eher eine körperliche Reaktion als ein Gefühl und damit ist es vielleicht gesellschaftsfähiger. Denn es scheint so, als ob wir lieber zugeben, dass wir von Stress geplagt sind als von Sorgen, Ängsten oder Furcht.

Denn Stress bedeutet:

  • das Nervensystem ist im Alarmmodus
  • der Atem flach
  • die Gedanken unruhig
  • der Körper angespannt

Viele tragen Stress wie eine Auszeichnung – als Beweis dafür, dass sie viel leisten.
Doch hinter diesem Dauerstress steckt nicht selten etwas anderes:
Ein Zuviel. Ein Zuwenig. Eine überhörte innere Bitte um Hilfe.

Und genau hier setzt die Wohlfühlogie an:
nicht mit Bewertung, sondern mit Bewusstsein.

Angst ist eine Emotion, ein Gefühl und nicht nur körperlich. Unsere mentale Gesundheit wird, wie ich finde, oft verkannt oder sogar schamhaft versteckt, obwohl sie uns krank machen kann. Sie wirkt wie eine schleichende Vergiftung und wir alle kennen die Aussage: die Menge macht das Gift.

Wohlfühlogie-Praxis: Übungen für innere Sicherheit & Selbstregulation

Warum Gegenreize helfen

Gegenreize bringen uns zurück in die Realität, weil sie dem Gehirn ein deutliches Signal geben:
„Ich bin im Hier und Jetzt.“

Sie helfen, Angst und Panik schneller zum Abklingen zu bringen.

Beispiele:

  • ein scharfes Bonbon lutschen
  • einen Ball drücken
  • ein Glas kaltes Wasser trinken

Alles, was die Sinne wach macht, holt dich aus dem inneren Film zurück ins Außen.

Warum die Ausrichtung nach außen beruhigt

Wer Angst hat, ist oft völlig in der Innenwelt gefangen.
Darum hilft es, die Wahrnehmung bewusst nach außen zu lenken:

  • Zähle fünf Dinge auf, die du siehst.
  • Oder nimm drei Geräusche wahr.
  • Oder spüre den Geruch der Luft.

So holst du dich aus der Angst-Spirale in die Präsenz.

Warum Bewegung Angst abbaut

Angst ist im Körper gespeicherte Energie.
Bewegung ist einer der schnellsten Wege, sie abzubauen:

  • ein paar Treppenstufen gehen
  • Arme ausschütteln
  • Schultern kreisen
  • Muskeln kurz anspannen und wieder lösen

Der Körper braucht einen Kanal – gib ihm gerne einen.

Achtsamkeit hilft dir, Angst zu verstehen, statt ihr ausgeliefert zu sein. Lerne Übungen, die beruhigen, erden und dir innere Stärke geben – achtsam & alltagstauglich.

3 Wohlfühlogie-Übungen gegen Angst

Übung 1: Der 60-Sekunden-Anker

(Perfekt bei Panik, Stress oder innerer Unruhe)

  1. Atme ein – bewusst.
  2. Spüre, wie der Atem in deiner Brust ankommt.
  3. Atme aus – etwas langsamer als ein.
  4. Lege deine Hand auf dein Herz.
  5. Sag innerlich: „Ich bin hier.“

60 Sekunden.
Und oft kehrt die Klarheit zurück.

Übung 2: Die Körper-Landkarte der Angst

Angst steckt immer im Körper.
Darum gehen wir dorthin:

  • Wo genau spürst du die Angst?
  • Ist sie heiß, kalt, eng, drückend?
  • Wenn sie eine Form hätte – welche wäre es?

Und dann:
Atme hinein.
Nicht weg.
Hinein.

Das ist der Moment, in dem Heilung beginnt.

Übung 3: Die Achtsamkeits-Pause

Setze innerlich einen Punkt:
„Stopp.“

Dann fühle:

  • deine Füße
  • den Boden
  • deinen Atem

Achtsamkeit ist kein Zaubertrick.
Sie ist ein innerer Lichtschalter, der langsam hochgedreht wird.

Mehr solcher Übungen findest du in meinem Buch WOHLFÜHLOGIE – (d)einem Wohlfühl-Guide zurück zu dir selbst.

Reflexionsfragen:

  • Wo in meinem Leben zeigt Angst mir, dass ich mich überfordere?
  • Welche Situationen lösen Enge aus – und was brauche ich eigentlich in Wahrheit?
  • Wie fühlt sich mein Körper an, wenn ich präsent bin… und wie, wenn ich im Angstmodus bin?

Ein kleiner Moment für mehr innere Sicherheit

Angst macht schwer.
Angst macht unkreativ.
Angst verdunkelt das Denken – und manchmal das ganze Leben.

Doch hinter der Angst wartet etwas anderes:
Freiheit. Kreativität. Schönheit.

Und nun stell dir vor, die Angst klopft wieder an.
Vielleicht leise.
Vielleicht mit vollem Orchester.

Du öffnest die Tür.
Du atmest.
Du bleibst da.

Und plötzlich passiert etwas Wundervolles:
Die Angst merkt, dass du sie nicht wegdrückst –
und verliert einen Teil ihrer Macht.

Achtsamkeit ist kein Pflaster.
Sie ist ein Weg.
Ein ehrlicher, liebevoller Weg zurück zu dir.

Genau dort, wo die Wohlfühlogie zu Hause ist.

Und falls es mal stürmisch wird, erinnere dich:
Auch Berge stehen nicht immer im Sonnenschein –
aber sie stehen trotzdem.

Von ♡ zu ♡

Deine Tine Sonnengold

Dieser Beitrag ist Teil des Themenbereichs „Achtsamkeit, Intuition & Selbstwahrnehmung“, in dem ich das bewusste Spüren, innere Wahrnehmung und den Zugang zur eigenen Intuition vertiefe.

✔️ WOHFÜHL-MARKER

Achtsamkeit ist kein Trick.
Es ist eine Haltung.
Eine liebevolle Rückkehr zu dir.


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