Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wächst durch Erfahrungen. Wenn du dich an Herausforderungen erinnerst, die du bereits bewältigt hast, kannst du eigene Stärken bewusster wahrnehmen und lernen, auch mit Unsicherheit den nächsten Schritt zu wagen.
Erfahre, wie Vertrauen in dich selbst und andere innere Sicherheit geben kann, ohne Risiken auszublenden oder blind optimistisch zu sein.
Innere Sicherheit und Vertrauen in sich selbst und andere
Es ist schon etwas eigenartig mit dem Vertrauen: Wir wünschen uns Sicherheit, obwohl wir wissen, dass sich das Leben nicht vollständig planen lässt. Wir möchten uns auf Menschen verlassen können, Entscheidungen treffen und nach vorn schauen, ohne genau zu wissen, was uns erwartet.
Manchmal beginnt Vertrauen mit einer Begegnung, die uns berührt. Aus Resonanz kann Nähe entstehen, aus Nähe Verbundenheit. Und wenn wir lernen, auch uns selbst zu vertrauen, fällt es uns oft leichter, mit Unsicherheit umzugehen.
Dabei bedeutet Vertrauen weder, alle Risiken auszublenden, noch darauf zu hoffen, dass sich schon irgendwie alles richten wird. Es bedeutet auch nicht, jedem Menschen blind zu vertrauen oder eigene Zweifel zu übergehen.
Vielmehr dürfen wir uns daran erinnern, was wir bereits erlebt, bewältigt und gelernt haben. Wir müssen nicht jede Antwort kennen, um den nächsten Schritt zu wagen. Manchmal reicht die Zuversicht, dass wir unterwegs herausfinden dürfen, was wir brauchen.
☆ 16. WOHLFÜHL-Mosaik
Du musst nicht alle Antworten kennen
Um uns auf Menschen und das Leben einzulassen, brauchen wir auch ein Gefühl von innerer Sicherheit.
Es geht um die Erfahrung: Ich habe schon einiges bewältigt. Ich darf mir auch den nächsten Schritt zutrauen.
☆ DER GEDANKE
Vertrauen bedeutet nicht, zu wissen, dass alles gut ausgeht. Es bedeutet, dir zuzutrauen, mit dem umgehen zu können, was kommt.
☆ DAS WISSEN
Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten wächst auch durch Erfahrungen. In der Psychologie wird die Überzeugung, schwierige Situationen mithilfe der eigenen Fähigkeiten bewältigen zu können, als Selbstwirksamkeitserwartung bezeichnet.
Der Psychologe Albert Bandura beschrieb, wie eigene Erfolgserfahrungen diese Überzeugung stärken können. Wenn wir Herausforderungen bewältigen und erkennen, welchen Anteil unsere Fähigkeiten, Entscheidungen oder unser Durchhaltevermögen daran hatten, gewinnen wir wichtige Erfahrungen für zukünftige Situationen.
Vielleicht gab es Situationen, vor denen du großen Respekt hattest. Entscheidungen, bei denen du nicht wusstest, ob du richtig liegst. Oder Zeiten, in denen du erst im Nachhinein erkannt hast, wie viel Kraft und Mut in dir steckten.
Wenn wir uns solche Erfahrungen bewusst in Erinnerung rufen, können sie uns helfen, unsere eigenen Stärken klarer wahrzunehmen und uns den nächsten Schritt eher zuzutrauen. Die Zukunft wird dadurch nicht planbarer. Doch wir erinnern uns daran, dass wir schon Herausforderungen bewältigt haben und auch künftig handlungsfähig sein können, wenn nicht alles sicher ist.
Wissenschaftlicher Hintergrund: Wie eigene Bewältigungserfahrungen unsere Selbstwirksamkeit beeinflussen, erläutern die Psychologen Ralf Schwarzer und Matthias Jerusalem in ihrem Fachbeitrag Das Konzept der Selbstwirksamkeit.
☆ DEINE FRAGE
➽ Was habe ich in meinem Leben schon gemeistert, von dem ich früher nicht sicher war, ob ich es schaffen würde?
☆ DEIN MINI-EXPERIMENT
Öffne dein persönliches Vertrauensarchiv
Erinnere dich heute an eine schwierige Situation, die du bewältigt hast.
Was hat dir damals geholfen?
Welche Fähigkeiten hast du eingesetzt?
Vielleicht waren es deine Beharrlichkeit, deine Kreativität, dein Mut, die Unterstützung eines anderen Menschen oder die Bereitschaft, einen neuen Weg auszuprobieren.
Nimm dir einen Moment, um wahrzunehmen, was du dabei über dich gelernt hast.
Und wenn du gerade vor einer neuen Herausforderung stehst, darf diese Erinnerung dich begleiten. Du musst nicht schon wissen, wie alles ausgeht.
Vielleicht genügt für heute die Frage:
Was traue ich mir zu – auch wenn ich noch nicht alle Antworten kenne?
☆ WOHLFÜHL-WISSEN ZUM WEITERLESEN
V wie Vertrauen: Wie du mehr Vertrauen in dich selbst und das Leben entwickelst
Vertrauen entsteht nicht unbedingt dadurch, dass wir alle Zweifel ausräumen. Manchmal wächst es gerade dann, wenn wir lernen, mit Unsicherheit umzugehen und unseren eigenen Erfahrungen wieder mehr Raum zu geben.
Wie kannst du Vertrauen in dich selbst entwickeln? Was hilft dir, dem Leben offen zu begegnen, ohne deine Vorsicht oder deine persönlichen Grenzen aufzugeben?
Im weiterführenden Beitrag schauen wir genauer darauf, wie Vertrauen wachsen kann und warum du dafür nicht erst alle Antworten kennen musst.
✔️ WOHLFÜHL-MARKER:
„Vertrauen bedeutet vielmehr, darauf zu bauen, dass wir mit dem umgehen können, was uns begegnet.“
Von ♡ zu ♡
Deine Tine Sonnengold
◎ WOHLFÜHLOGIE – EINLADUNG
Ausblick auf das nächste WOHLFÜHL-Mosaik Nr. 17:
Vertrauen hilft uns, einen Schritt ins Ungewisse zu wagen. Doch was möchten wir eigentlich mit unserem Leben anfangen, wenn wir uns nicht nur von Erwartungen und Pflichten leiten lassen?
Manchmal beginnt echte Lebendigkeit mit einer einfachen Frage:
Was fühlt sich für mich richtig an? Was möchte ich aus vollem Herzen bejahen?
Im nächsten WOHLFÜHL-Mosaik geht es um dein persönliches JA und darum, wie du ihm im Alltag mehr Raum geben kannst.
Wozu möchtest du von Herzen JA sagen?

